SitaWare im digitalen Gefecht des Österreichischen Bundesheeres
Auf der Übung „HANDWERK 26" setzte die 4. Panzergrenadierbrigade erstmals auf Brigadeebene Führungsinformationssystem SitaWare ein, über alle Waffengattungen hinweg.
Im März 2026 führte die 4. Panzergrenadierbrigade, die „schwere Vierte" des Österreichischen Bundesheeres, die Brigadeübung „HANDWERK 26" an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt durch. Rund 300 Soldatinnen und Soldaten, Berufskader wie Miliz, simulierte über knapp zwei Wochen den Kampf der verbundenen Waffen unter Gefechtsbedingungen. Die gesamte Übung fand als digitales Planspiel statt. Im Schwerpunkt: die Erprobung von SitaWare als neues Führungsinformationssystem des Bundesheeres im Zusammenwirken aller Bataillone der Brigade.
Das Szenario war operativ konkret: Militärische Landesverteidigung, ein eingebrochener Feind entlang der Staatsgrenze, die Brigade im Gegenangriff. Elf Gefechtsstände auf Brigade- und Bataillonsebene wurden über ein eigens errichtetes Einsatznetzwerk verbunden und durch SitaWare als gemeinsame Plattform für Lageführung und Koordination zusammengeführt.
Das Gefecht der verbundenen Waffen
Die „HANDWERK 26" band sämtliche Verbände der Brigade ein. Das Panzergrenadierbataillon 13 übte den Angriff im Wechsel zwischen dem Kampf mit Schützenpanzern und dem abgesessenen Einsatz der Grenadiere. Das Panzergrenadierbataillon 35 setzte sich mit seinen „Ulan"-Schützenpanzern zur Unterstützung ein. Das Panzerbataillon 14 aus Wels, das einzige Panzerbataillon des Bundesheeres und „eiserne Faust der Brigade", übernahm als Hauptträger den Kampf im Panzergelände. Das Aufklärungs- und Artilleriebataillon 4 stellte als „Auge der Brigade" den Informationsbedarf sicher. Und das Panzerstabsbataillon 4 gewährleistete Logistik, Führungsunterstützung sowie die Abwehr atomarer, biologischer und chemischer Bedrohungen.
Gemeinsam mit einem Support Team von Systematic, das während der gesamten Übung als Ansprechpartner vor Ort war, setzten die Kommandanten und Stäbe SitaWare als Informations- und Kommunikationsgrundlage für den Führungsprozess der Brigade ein. Aufklärungsergebnisse wurden in Echtzeit übermittelt, Entschlüsse schneller gefasst, Befehle koordiniert umgesetzt. Die dabei erzielten Ergebnisse zeugen zum einen von der Intuitivität der Software, aber viel mehr von der Motivation und dem Interesse der Anwender, sich mit den neuen Herausforderungen der digitalen Operationsführung vertraut zu machen und diese zu meistern.
Das Planspielformat bot zugleich die Möglichkeit, Abläufe auf der Führungsebene zu üben, ohne reale Truppe zu binden. 300 Übungsteilnehmer bildeten eine komplette Brigade ab, für die im realen Einsatz rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten mit entsprechendem Gerät erforderlich wären. Taktische Entscheidungen, Kräftebewegungen und Waffenwirkungen wurden auf Bataillonsebene abgebildet und unmittelbar ausgewertet. Ein Ausbildungsformat, das dem Bundesheer ermöglicht, Fähigkeitserhalt und Fähigkeitsaufbau in allen Waffengattungen gezielt voranzutreiben.
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